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Die Gemeinde Kischker entsteht wieder neu 1786 während der Herrschaft des Kaisers Joseph II. Er, der österreichisch-ungarische Monarch, siedelt in einer dritten Kolonistenbewegung Menschen aus mehreren deutschsprachigen Gebieten in der Batschka an.

Kischker ist nach Torschau (1784), Tscherwenka (1784) und Neu-Werbas (1784/85) die vierte der rein deutschen und rein protestantischen Ansiedlungen in der Batschka. Darin unterscheidet es sich von anderen Gemeinden, die z. T. ein ziemliches ethnisches Gemisch darstellen. Beispielhaft sei hier die Gemeinde Werbas genannt. Ist es die Vision des Kaisers oder die seines führenden Hofstaates? Auf alle Fälle sind in Kischker außer Deutschen keine anderen Volksangehörigen und außer der protestantischen Kirche keine anderen Religionen vertreten. Die Ansiedler kommen vorwiegend aus Baden, aus dem Elsaß, aus der Pfalz, aus Hessen und Franken. Gründe, die bisherige Heimat zu verlassen und das Abenteuer der Auswanderung zu wagen, gibt es viele, u. a. große Armut oder zu wenig Lebensraum.

Die Siedlungsform ist das für die Batschka typische Gassendorf. Man erkennt auch heute noch die ursprüngliche Form mit dem geschlossenen Ortsbild, den großzügig angelegten Grundriss mit der von Haus zu Haus 40 m breiten Hauptgasse und der ebenso breiten Hauptkreuzgasse. Die weiteren Längs-gassen und die rechtwinklig dazu verlaufenden Quergassen - alle 30 m breit - teilen das ursprüngliche Dorf in 16 Quadrate auf.




1786 - 1918    Kiskér (ungarisch, gesprochen : gischgeer, übersetzt ins Deutsche: Kleinker)

1918 - 1922    Maliker (serbisch)

1922 - 1928    Pribicevicevo (serbisch, nach einem Minister Pribicevic)

1928 - 1941    Backo Dobro Polje (serbisch)

1941 - 1944    Kiskér (ungarisch)

1944 - heute  Backo Dobro Polje (serbisch)



Kischker ist heute nicht mehr das, was es einmal war, was es bis 1944 war. Zu vieles hat sich verändert, zum Negativen verändert.

Neue Bewohner - vorwiegend aus Montenegro und Bosnien - werden von der kommunistischen Verwaltung ab Ende 1944 in Kischker untergebracht. Sie können aber mit der vorhandenen Kultur offensichtlich nichts anfangen, und statt Erhaltung ist Niedergang angesagt. Über 200 Häuser werden vernichtet. Das daraus "gewonnene" Holz dient als Brennmaterial, andere Teile benutzt man zum Aufbau des Parteihauses im Ortszentrum.

Der Ort hat viel von seinem charakteristischen Bild verloren. Das Zentrum mit Kirche, Pfarrhaus, Gemeindehaus, Notarhaus und Schulhaus ist nicht mehr erhalten. So wurde z. B. die Kirche, nachdem man sie zwischenzeitlich als Lagerhaus nutzend zur Ruine verkommen ließ, im Jahre 1979 restlos beseitigt.



Selbst auf dem Friedhof lässt man die Verstorbenen nicht in Würde in ihren Gräbern ruhen. Viele Grabstätten werden geschändet, zerstört.

Von der ehemals rein deutschen Bevölkerung (rund 3700 Einwohner) ist heute (2006) so gut wie niemand mehr in Kischker ansässig. Die landwirtschaftlichen und gewerblichen Betriebe, die den Ort einstmals prägten, sind verschwunden, ebenso die Geschäfte, eigentlich die gesamte Infrastruktur.

Kischker - Backo Dobro Polje, wie es nun heißt - ist mehr oder weniger ein verschlafenes Nest, ein Ort ohne Leben.

Die heutige "Verwaltung" der Gemeinde Kischker besteht aus dem "Heimatortsausschuss Kischker" mit Georg Demand an der Spitze.


 
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