Kischker-Batschka-Reise 2017 

Dass es  2017 wieder eine Batschka-Reise unter der Leitung von Robert Lahr gibt, hängt jetzt nicht mehr allein von der Fertigstellung und Einweihung der Gedenkstätte in Jarek ab. Denn Robert Lahr hat die Planungen nach seiner Genesung von der schweren Erkrankung  wieder aufgenommen. Der  Reisetermin ist für die Zeit vom 14. - 20. Oktober 2017 festgelegt. 

 

Ab sofort kann man sich zur Batschka-Reise 2017 mit Besuch der  "Gedenkstätte Jarek", unserer Heimatgemeinden Kischker und Kutzura und anderen Batschka-Gemeinden bei Robert Lahr anmelden bzw. erhalten Sie weitere Informationen zu dieser Reise-Ankündigung. 

 


Stand der Planung für die jetzt vorgesehene Reise im Jahr 2017

   

Batschka-Reise (Hinreise am 14. Oktober 2017 und Rückreise am 20. Oktober 2017 mit

dem Flugzeug). Ziele: Kutzura, Kischker, Jarek (mit kürzlich eingeweihter Gedenkstätte für die im dortigen Lager umgekommenen Donauschwaben) und umliegende Orte.

Robert Lahr, gebürtiger Kutzuraer mit Kischkerer Wurzeln, hat wieder ein ansprechendes, interessantes Programm für die diesjährige Reise zusammengestellt. Siehe Reise-programm auf dieser Seite weiter unten. Näheres dazu ist darüber hinaus bei Robert Lahr (Telefon 0049-8721-1548 oder Mobil 0049-171-7730299 oder unter der e-mail Anschrift  Robert.Lahr@t-online.de zu erfahren.
Interessierte mögen schnell Kontakt aufnehmen. Denn die Teilnehmerzahl ist auf maximal 60 Personen begrenzt.


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 Reise-Informationen zur 4. Batschka-Reise

14. - 20. Oktober 2017

für Donauschwaben, Donauschwaben-Kinder und -Kindeskinder

nach Kutzura, Kischker, Werbas, Jarek, Rudolfsgnad und weitere Orte der Umgebung (bis ca. 50 km)

Reiseleitung: Robert Lahr (ab Belgrad), Erich und Sebastian Gerber (Stuttgart - Belgrad - Stuttgart), beide ortserfahren in Kischker

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1944 - 2017 = 73 Jahre nach der Tragödie in der alten Heimat

Prorammablauf

 Samstag 14. Oktober 2017

 - Flug mit Air Serbia Stuttgart - Belgrad

   8.00 Uhr Einchecken in Abflughalle 1 am Schalter der Air Serbia

         - Reisepass oder Pesonalausweis vorzeigen;

         - Sie erhalten Ihr Flugticket und weitere Anweisungen;

         - 9.45 Uhr Abflug             11.25 Uhr Ankunft Belgrad

 - Abholung mit modernem Reisebus in Belgrad um 12 Uhr, Herr Lahr steigt 12.50 Uhr zu

 - Fahrt nach Werbas; Quartierbezug im Hotel "Backa" (Kat. 2 Sterne, Tel. 38-121707376)

 - 14.00 Uhr Mittagessen

 - danach Zeit zur freien Verfügung

 - 19.00 Uhr Abendessen


Sonntag 15. Oktober 2017

- 08.00 Uhr Frühstück

- 09.00 Uhr Abfahrt nach Kischker bzw. Kutzura oder umliegende Orte

- 13.00 Uhr Mittagessen in Werbas, danach Ruhepause

- 15.00 Uhr Fahrt nach Kischker bzw. Kutzura

- 19.00 Uhr Rückfahrt nach Werbas und dann Abendessen


Montag 16. Oktober 2017

- 09.00 Uhr Frühstück, anschließend etwa

- 10.00 Uhr Besichtigung des Heimatmuseums Werbas, event. Begrüßung durch den

                 Werbaser Bürgermeister, anschließend

- Fahrt nach Rudolfsgnad (gegründet 1866, im Jahr 2016 150 Jahre alt)

- Besuch der Massengräber mit 12000 Opfern

- Gemeinsames Mittagessen mit Bürgern von Rudolfsgnad

- Danksagung an die Bürger für die Betreuung der Massengräber; Rückfahrt nach Werbas

- 19.00 Uhr Abendessen in Werbas in der Gaststätte Tiffany


Dienstag 17. Oktober 2017

- 08.00 Uhr Frühstück

- 09.00 Uhr Fahrt der Kutzura-Gruppe nach Kutzura, Besuch des Friedhofes, Gottes-

                 dienst bzw. Gedenken mit Gebet am ehemaligen Standort der Evangelischen

                 Kirche (Blumen) - jetzt nur noch Memorandum-Tafel; Ortsbesichtigung

- 13.00 Uhr Rückfahrt nach Werbas, dort Mittagessen, danach Ruhepause

- 15.30 Uhr weitere Fahrt nach Kutzura

- 18.30 Uhr Rückfahrt zum Hotel "Backa" in Werbas

- 19.00 Uhr Siehe Planung bei Kischker-Gruppe

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- 08.00 Uhr Frühstück

- 09.00 Uhr Fahrt der Kischker-Gruppe nach Kischker, Besuch des Friedhofes mit dem

                 2013 wieder errichteten und 2016 renovierten Ahnendenkmal, dort Gottes-

                 dienst oder Gedenken mit Gebet und Blumenniederlegung, anschließend

                 Ortsbesichtigung

- 13.00 Uhr Rückfahrt nach Werbas, dort Mittagessen, danach Ruhepause

- 15.30 Uhr weitere Fahrt nach Kischker

- 18.00 Uhr Rückfahrt zum Hotel "Backa"

- 19.00 Uhr Fahrt aller Teilnehmer nach Kischker

                 Dort im ehemaligen Lutherheim (heute ein Gasthaus)

                 "Gedächtnistreffen und Versöhnungsgespräche mit dortigen Einwoh-

                 nern"

                 - Gemeinsames Abendessen beim Wirt Nebojsa Gagovic im früheren Luther-

                   heim

                 - Dialog mit dem Herrn Ortsvorsteher und den anwesenden Neubürgern von

                   Kischker/Backo Dobro Polje mit open end, danach

                 - Rückfahrt nach Werbas

 Mittwoch 18. Oktober 2017

- 08.00 Uhr Frühstück

- 09.00 Uhr Fahrt nach Jarek zu den Massengräbern und zu dem neuen Denkmal für

                 unsere 6000 Opfer; Gedenken und Gebete für die dort umgekommenen

                 Donauschwaben mit Niederlegung von Blumengebinden

- 12.00 Uhr Fahrt nach Peterwardein, dort Mittagessen am Fuß der Festung in einem

                 Lokal an der Donau; anschließend Besichtigung von Neusatz/Novi Sad mit

                 seinen großartigen Bauwerken und Gassen (z.B. die Donaugasse)

- 19.00 Uhr Abendessen in Werbas


Donnerstag 19.Oktober 2017

- 08.00 Uhr Frühstück

- 09.00 Uhr Fahrt nach Apatin

                 - Besichtigung der Stadt, Empfang im Rathaus und in Herz-Jesu Kirche,

                 - anschließend Fischpaprikasch-Essen im Hotel "Kronic" an der Donau

- 14.00 Uhr Fahrt nach Sombor zum "Deutschen Verein St. Gerhard" (Herrn Beck)

                 - Besichtigung des Vereinshauses

                 - Fahrt zur Gedenkstätte Gakowo, event. auch noch zur Gedenkstätte

                   Kruschiwl; mit Gebeten und Blumenniederlegung Gedenken an die in den

                   dortigen Lagern umgekommenen Donauschwaben

- 18.00 Uhr Abendessen im Hornjakov-Salasch bei Sombor,

                 danach Rückfahrt nach Werbas


Freitag 20. Oktober 2017

- 07.00 Uhr Nach dem Frühstück aus dem Hotel auschecken, danach

                Fahrt nach Belgrad, dort (event. geführte) Stadtbesichtigung mit dem Bus ?

- 13.00 Uhr Mittagessen in Belgrad

- 16.00 Uhr Fahrt zum Flughafen  Belgrad, Einchecken

                Abflug in Belgrad: 18.15 Uhr     Ankunft in Stuttgart 20.00 Uhr


Hinweise

Ärztliche Betreuung:

- Von unserer Ankunft am 14. Oktober bis zum Abflug am 20. Oktober wird uns unser

  Landsmann, der Arzt Dr. Norbert Majlath, ununterbrochen begleiten.

- Bitte nehmen Sie all Ihre persönlichen Medikamente mit und auch solche gegen

  Durchfall oder Verstopfung, sowie gegen Reisebeschwerden wie z.B. Übelkeit.

- Denken Sie event. auch an einen Plastikbeutel für eine Handvoll Heimaterde.

- Bei event./ sicher zu erwartenden Sprachproblemen stehen uns 1-2 Dolmetscher bei.


Reisepreis:

- 600,00 EURO für Flug, Vollpension und 1 Getränk pro Mahlzeit, Fahrten nach Pro-

  gramm, Blumen, Totenlichter, Spenden an Jarek, Kischker, Kutzura, Rudolfsgnad,

  Sombor.

- Fahrten (außerhalb des Programms) in umliegende Orte sind für kleines Geld

  möglich; bitte melden, in welche Orte Sie gebracht werden möchten.

- Bei der Schlussabrechnung kann es noch kleine Rückzahlungen oder Zuzahlungen bis

  max. 50,00 Euro/Person geben.


Anmeldeschluss:

- ist am Freitag, 1. Oktober 2017

- Die Teilnehmerzahl ist auf höchstens 60, mindestens aber auf 40 Personen

  begrenzt.


Bezahlung:

Zahlungseingang = Anmeldung

- bis Freitag 1. Oktober 2017 bankeingehend unter

  Robert Lahr D- 84307 Eggenfelden

  bei Sparkasse Rottal - Inn

  IBAN     DE42743514300010334001

   BIC     BYLADEM1EGF

  Verwendungszweck: Vor- und Zuname, Straße, PLZ Wohnort, Tel.-Nr., Reise 2017  


   

 Nutzen Sie die vielleicht letzte Gelegenheit,

die alte Heimat zu sehen!!

Wie heißt es so schön:

Teuere Heimat, nach dir geht mein Sehnen,

nur für dich glänzt im Auge die Träne!


  Sagt es bitte allen Landsleuten weiter,

die aus dieser Gegend stammen.  

Ahnendenkmal in Kischker in neuem Glanz



Bei seinem letzten Besuch in Serbien im Mai 2016 konnte sich Robert Lahr, Sonder-beauftragter Humanitäre Hilfe "Donauschwaben" in der Provinz Vojvodina, von der gelungenen Renovierung des Ahnendenkmals auf dem Kischkerer Friedhof überzeugen. Eine frisch aufgetragene Schutzschicht verleiht dem 2013 wieder errichteten Ahnen-denkmal von 1936 neuen Glanz. So ist die Inschrift viel besser lesbar als zuvor. Text der Inschrift siehe unter Reisebericht 2013.

Immer wieder sind Maßnahmen zum Erhalt des Andenkens an unsere Ahnen erforderlich. Das kostet. Deshalb rufe ich Kischkerer Landsleute in aller Welt und der Donauschwä-bischen Geschichte wohlgesonnene Menschen zu einer Geldspende für die Erhaltung der Denkmäler in Kischker auf. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe.

Spenden bitte auf folgendes Konto bei VB Bruchsal-Bretten überweisen:

Erich Gerber D-75015 Bretten

"Spende für Renovierung 2016 am Kischkerer Ahnendenkmal"

BIC: GENODE61BTT     IBAN: DE92 6639 1200 0004 655702




Dr. Elisabeth Hütter, Kunsthistorikerin,

zum 95. Geburtstag vor 1 1/2 Jahren

 

Am 21. März  feierte Dr. Hütter in Berlin ihren 95. Geburtstag. In Kischker (damals Maliker, heute Backo Dobro Polje) 1920 geboren, wurde sie geprägt durch eine mehr- sprachige Welt, überlebte selbst betroffen den Untergang der deutschen Bevölkerung in der Batschka. Auch ihre Eltern fielen wie viele andere Donauschwaben den Mord- kommandos der Tito-Partisanen zum Opfer. Dass ihr Dorfnachbar und Inspirator Adam Fath auf der Flucht bei der Bombardierung Dresdens ums Leben kam, sie selbst aber nach Kriegsende, nach Abitur und Studium der Kunstgeschichte und Archäologie in Jena und Leipzig ihre Lebensaufgabe in Dresden fand, sind mysteriöse Schicksalslinien.

 

Ihren Weg in das Dresdner Institut für Denk- malpflege ebnete ihr Dr. Fritz Löffler. Neben diesem avancierte sie unter Chef-Konservator Dr. Ing. Hans Nadler, Ehrenbürger Dresdens, als einzige Frau in einer wissenschaftlichen Führungsposition am Institut. Über das 26-jährige Berufsleben hinaus hat sich Elisabeth Hütter für die wissenschaftlich begründete, der Qualität der Denkmalpflege gemäße Konservierung und Restaurierung überlieferter Zeugnisse von Kunst und Kultur eingesetzt. Sie hat neue Methoden der Bestandsanalyse erarbeitet, diese in die Praxis eingeführt und dazu beigetragen, dass die restaurierten Denkmale im Bestand gesichert der Nachwelt erhalten bleiben. "Mit Geradlinigkeit und neuen Methoden" titelte die "Dresdner Zeitung" folgerichtig anlässlich ihres 90. Geburtstages.

 

Ihre Leipziger Diplomarbeit von 1956 behan- delt die Universitätskirche St. Pauli in Leip- zig, desgleichen ihre Dissertation von 1961. Diese Arbeit über das bereits zum Untergang verurteilte Bauwerk durfte damals nicht ver- öffentlicht werden. Erst 1993 widerfuhr Elisa- beth Hütter die Genugtuung einer seriösen Publikation dieser Arbeit, bis heute die wich- tigste wissenschaftliche Dokumentation für die 1968 gesprengte Universitätskirche.

 

Aus der Hand des Bundespräsidenten Roman Herzog empfing sie 1995 in Anerkennung ihrer Verdienste um die Denkmalpflege das Bundesverdienstkreuz.

 

Im Laufe der Jahrzehnte hat Elisabeth Hütter die Restaurierung zahlreicher Baudenkmale und Kunstwerke in Sachsen betreut, so sind auszugsweise zu nennen: Leipzig, Thomaskirche, Innenraumerneuerung und die letztendliche Umbettung der Gebeine Johann Sebastian Bachs im Chorraum; Meißen, Dom und Albrechtsburg, Außeninstand-setzung und Erneuerung von Innenräumen; Freiberg, Dom, Goldene Pforte; Dresden, Zwinger, Porzellansammlung, Bogengalerie-Restaurierung. Als eine ihrer wesentlichsten Leistungen wird die Wiederherstellung des Wechselburger Lettners in die Geschichte der Sächsischen Denkmalpflege eingehen. Niemand anderes hätte - so Heinrich Magirius - eine solche Aktion damals durchzukämpfen vermocht.

 

Seit der Pensionierung in Berlin ansäs- sig, ist Dresden ihre eigentliche Heimat geblieben. Davon zeugt nicht zuletzt die Betreuung der Wiederherstellung der Ka- tholischen Hofkirche, wo die Rekon-struktion der Sakramentskapelle und der Kanzel von ihr wesentlich mitbestimmt worden ist. In den Jahren 1971-1976 er- folgte die Wiederherstellung der St. Johann-Nepomuk-Kapelle mit einer Um- widmung zur Gedächtniskapelle für die Opfer des 13. Februar 1945 und aller ungerechter Gewalt, mit der Pietà - aus Meißner Porzellan - von Friedrich Press. Die Idee zu dieser Gestaltung wurde im Februar 1970 von Elisabeth Hütter und Dr. Siegfried Seifert geboren. Für den Verfasser dieses Berichtes zählen zu den Opfern von ungerechter Gewalt die unbedachten vergessenen Toten des Straßenverkehrs.

 

Selbstachtung und Geradlinigkeit in der DDR, beobachtet und bespitzelt vom Staats-sicherheitsdienst, war nicht jedermanns Sache. Elisabeth Hütter blieb für die oberste Leitung in Berlin unbequem und verdächtig. Wie gefährdet sie war, erkannte sie erst mit der Einsicht in die Stasiunterlagen zu ihrer Person. Sie fühlte sich fast zerrissen - sagt sie - von den künstlerischen Kostbarkeiten auf der einen Seite und der häufigen, als Demütigung empfundenen "Rotlichtbestrahlung" durch die Staatspartei. "Das war nur aus- zuhalten, indem man sich in die geistige Welt rettete, in die fernen Bilder und in die Arbeit. Das war die Möglichkeit, einigermaßen zu bestehen und die Freiheit eines Chris-tenmenschen schlecht und recht zu praktizieren."

 

In unserer Zeit ist Dresden ganzjährig voller Touristen, die sich an Schönheit und Glanz der Stadt erfreuen. Der Verfasser dieses Berichtes erlebte als Kind im Februar 1945 die ausgebrannte Stadt. Er durfte Elisabeth Hütter Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger viele Tage lang bei ihrer Arbeit in Kirchen, Klöstern und Schlössern begleiten und erleben, unter welchen politischen Bedingungen, unter wieviel extremem Mangel an Material, Gerät und Personal, gegen äußere Widerstände die wenigen Kunsthistoriker und Restauratoren mutig arbeiteten, um das restliche kulturelle Erbe zu retten.

 

Die Erinnerung an Persönlichkeiten wie Prof. Dr. Heinrich Magirius, Matthias Schulz, Helmar Helas und eben Elisabeth Hütter u. a. ist geboten. Die heutigen Besucher, welche die verwüstete Stadt, die Ruine der Frauenkirche, in der die Karnickel hausten, nicht kennen können, sollten wissen, wer sich um den Wiederaufbau der Schönheit des historischen Sachsen bleibend verdient gemacht hat.

                                                                                      Sebastian Gerber, Bretten 

 

 

 

Nachruf für Frau Dr. Elisabeth Hütter

 

Zwei Monate nach Vollendung ihres 95. Geburtstages verstarb Frau Dr. Elisabeth Hütter am 23. Mai 2015 in Berlin. Im Kreis ihrer Familie Schwepler - Reinicke, ihrer Freunde und engsten Mitarbeiter aus der Zeit ihrer beruflichen Tätigkeit als Kunsthistorikerin und Denkmalpflegerin am Institut für Denkmalpflege Dresden fand sie ihre letzte Ruhestätte im thüringischen Greiz, in dem Ort, wo sie in den Wirren der Endphase des Zweiten Weltkrieges Zuflucht gefunden hatte.

 

Von dort aus - schon immer bildungshungrig - gelangte sie über die wieder aufgebaute Universität Jena bald ins Kunsthistorische Seminar an der Universität Leipzig. Bei der Diplomarbeit und Dissertation zum Thema der Baugeschichte der Universitätskirche zu Leipzig trat sie in Kontakt mit dem für Leipzig zuständigen Institut für Denkmalpflege in Dresden und dessen Repräsentanten Hans Nadler und Fritz Löffler.

 

In Dresden begann und vollendete sie eine beispielhafte berufliche Laufbahn, einen Denk- und Lebensweg als stimmige Einheit mit einer beeindruckenden Lebensleistung, welche über ihren Tod hinaus zeitlos von Bedeutung bleiben wird. Allein schon darum, weil es ihr gelang, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass Architektur und Plastik der Vergan-genheit erst durch ihre farbige Fassung Eigenart und Ausstrahlung erhält, dass Farbe erst Sinn stiftet.

 

Mit Elisabeth Hütter verliert die Denkmalpflege eine Repräsentantin von internationalem Rang, die Donauschwaben eine der letzten Zeitzeugen des Dorfes Kischker in der Batschka und des wechselvollen 20. Jahrhunderts. Den kulturellen und wirtschaftlichen Höhepunkt ihres Heimatortes erlebte sie bewusst in den 30er Jahren. Als Aktive gestaltete sie die Festlichkeiten zum 150sten Gründungsjubiläum 1936 mit. Keine zehn Jahre später endete die Geschichte des Dorfes wie die der Donauschwaben gewaltsam.

 

Elisabeth Hütter hatte sich als Jugendliche beispiellos emanzipiert von den Zwängen, dem sozialen Druck, aber bis zuletzt immer voll der Anteilnahme am Schicksal ihrer Landsleute, leidend, trauernd, liebend, den Überlebenden verbunden. Die Kischkeriana wurde in ihren letzten Lebensjahren für sie das Hauptthema. Alle Gespräche führte sie bis zuletzt in voller Konzentration und mit überschießendem Temperament als kämpferische Anwältin des Schönen und Idealen. Das Außergewöhnliche dieser Persönlichkeit ist angemessen mit Hölderlin zu fassen: "O ihr, die ihr das Höchste und Beste sucht in den Tiefen des Wissens, im Getümmel des Handelns, im Dunkel der Vergangenheit, im Labyrinth der Zukunft, in den Gräbern oder über den Sternen! Wisst ihr seinen Namen, den Namen des, das Eins ist und Alles? Sein Name ist Schönheit."

 

Sie ist uns Gegenwärtigen unerreichbar geworden. Ihrer Verdienste, all ihrer Hilfe dankbar zu gedenken, ist uns selbstverständlicher Auftrag der Verewigten gegenüber.

                                                                                         Sebastian Gerber, Bretten 

 

 

 

 

  

Kischker-Gedenkstein auf dem Hauptfriedhof in Karlsruhe-Neureut um Glasgefäß mit Heimaterde ergänzt

 

Seit der Kirchweihfeier am 6. Oktober 2007 ist am Gedenkstein Kischker auf dem Haupt-friedhof in Karlsruhe-Neureut ein Gefäß mit Heimaterde vom Massengrab am Kischkerer Bahnhof auf einem von Landsmann Jakob Enzminger (* 1935) kunstvoll gefertigten Metall-Gestell angebracht. Die Erde wurde von den Eheleuten Jakob und Erika Enzminger und den Zwillingen Georg und  Rosina  Bechtold (* 1934) anlässlich ihres Besuches der alten Heimat im Mai 2007 nach Deutschland mitgebracht.

 

 

 

   

 

 

   

 Ein Besuch unseres Geburtsortes Kischker

 

Unter diesem Titel verbirgt sich ein "Reise-bericht" unseres Kischkerer Landsmannes Jakob Enzminger. Er war in Begleitung seiner Ehefrau Erika und zwei seiner Schulkame-raden, den Geschwistern Georg und Rosina Bechtold, für ein paar Tage zu Besuch in Kischker. In zweifacher Hinsicht kann man sich nun über die Reise in die Vergangenheit  berichten lassen.

In "Der Donauschwabe - Mitteilungen für die Donauschwaben" Heft Nr. 10 vom 15. Okt. 2007 (Organ der Landsmannschaft der Donau-schwaben) erschien der  von Jakob Enzminger verfasste schriftliche Bericht. Darin schil- dert er in beeindruckender Weise die für ihn und seine Begleiter erlebnisreichen Tage in Kischker.

Wer aber sozusagen  hautnah in Wort und  bewegtem  Bild in 2 Stunden und 40 Minuten das heutige  Kischker erleben möchte, dem  sei der von  Jakob  Enzminger erstellte Film- bericht nachdrücklich empfohlen. Dazu gibt es eine VHS Video-Kassette oder, wenn man die  Abspielmöglichkeit hat, eine DVD,  jeweils zum  Unkostenbeitrag von 15 € zuzüglich  Versand- und Verpackungskosten, die man unter folgender Adresse bestellen kann:
Jakob Enzminger, Jakob-Böshenz-Str.6, D-67278 Bockenheim/Pfalz  Tel. 06359-460706359-4607   

 













Mitglieder des Heimatortsausschusses  

 

1.  Vorsitzender: Andreas Klein, Zedernweg 21, 76149 Karlsruhe,

                        Tel.: 0721-7068090721-706809 

 

Stellvertr. Vors.: Theresia Meinzer geb. Beyer, Fichtenweg 47, 76149 Karlsruhe,

                        Tel.: 0721-7061780721-706178 

 

Kassier (kommissarisch): Andreas Klein, Zedernweg 21, 76149 Karlsruhe

 

Schriftführer: zur Zt. nicht besetzt