KISCHKER
in der
Batschka

1786 - 1944

Unsere Untertitel

• Aktuelles und Veranstaltungen 

1. Nachruf für Erich Gerber

    Nachruf für Wilhelm Schwepler

2. Veranstaltungen

3. Ahnendenkmal 

4. Robert Lahr - Ahnendenkmal

5. Dr. E. Hütter zum 95. Geburtstag

6. Nachruf für Frau Dr. Elisabeth Hütter

7. Kischker-Gedenkstein in KA-Neureut

8. Reisebericht Enzminger & Bechthold 

 

1. Nachruf für Erich Gerber

 

Erich50

Erich Gerber verstarb am 31. August dieses Jahres in seinem 76. Lebensjahr. Ein Wort von J.A. Bengel trug ihn in seiner letzten Lebenszeit: Gott hilft uns nicht am Leiden vorbei, aber er hilft uns hindurch.

Der Trauergottesdienst für ihn am 9. September stand unter dem analogen Trostwort aus Psalm 68,20: Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.

1942 in Kisker – die Batschka war wieder ungarisches Staatsgebiet – geboren, war er wie vor allem die Kleinkinder in den Jahren der Flucht und Vertreibung ab Oktober 1944 höchst gefährdet, bis seine Familie zusammen mit vielen Landsleuten im Juli 1946 im Raum Karlsruhe, in Diedelsheim eine neue Heimat fand.

Danach begann ein geregeltes, relativ normales Leben mit Schulbesuch, Abitur, Studium und einem über 40-jährigen Schuldienst. Danach übernahm er nach und nach öffentliche, ehrenamtliche Aufgaben in den verschiedensten Bereichen: In seiner Kirchengemeinde bis in den Sommer dieses Jahres, im Volleyballsport als Spieler und Schiedsrichter mit Einsätzen in allen Ligen bis in die Volleyball-Bundesliga, als qualifizierter Sänger in Chören und Ensembles, in der Landesjugendkantorei Baden sowie dem Motettenchor an der Stadtkirche Pforzheim. Er verkörperte das Ideal eines Lehrers, der Sport, Musik und Bildung als ein Ingesamt verantwortungsvoll praktizierte.

Nach seiner Pensionierung 2006 intensivierte er seinen Einsatz für seine Heimatgemeinde Kisker. Zusammen mit Gerhard Dietrich führte er die Geburtstagsliste der weltweit zerstreuten Kiskerer und veröffentlichte diese in den “Mitteilungen für die Donauschwaben“, gleichfalls die Namen der Verstorbenen.

Das noch größere Ganze, nämlich die allumfassende Wirklichkeit der Lebenden und der Toten fand ihre Festschreibung im Ortfamilienbuch “Kischker in der Batschka, 1786-1944“. Zusammen mit Johann Lorenz unter partieller Mitarbeit längst Verstorbener, legte er 2008 das in mühsamster Kleinarbeit entstandene Standardwerk als zeitloses Dokument, als skriptuales Dokument vor. Mit diesem Werk hat er sich in herausragender Weise verdient gemacht und seinen bleibenden Platz in der Ortsgeschichte Kisker gefunden.

Ob die von ihm konzipierte Memorandum-Tafel im heutigen Backo-Dobro-Polje dauerhaft die heutigen Bewohner an die ehemals deutsche Bevölkerung erinnern werden, bleibt zu hoffen. Bis an seinen letzten Lebenstag glaubte Erich Gerber an der für Oktober 2017 geplanten 4. Batschkareise teilnehmen zu können.

 

Der Herr über Zeit und Ewigkeit hat ihn zu früh aus seinem reich erfüllten Leben  abgerufen.

 

 Nicht das Freuen, nicht das Leiden stellt den Sinn des Lebens dar.

 Immer nur wird das entscheiden, was der Mensch dem Menschen war.

 

Sebastian Gerber, Bretten 2017

  

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Dem Gedenken an Wilhelm Schwepler

Wilhelm Schwepler, Jahrgang 1936, zählt zu den donauschwäbischen Kindern, die in den Jahren 1944 – 1947 in den Todeslagern der Batschka ein extrem schweres Schicksal erlitten.

Geboren in Kischker als Sohn von Wilhelm Schwepler, gefallen 1942 in Russland und dessen Ehefrau Katharina, geb. Hütter -nicht geflüchtet- wurden beide Großväter sowie die Großmutter Hütter von den Titopartisanen zusammen mit vielen anderen ermordet. Mit seiner Mutter, seiner Großmutter Schwepler und seiner Schwester Wilhelmine, Jahrgang 1942, überlebte er das Arbeitslager Kruschiwel. Nach der gelungenen Flucht über die ungarische Grenze gelangte die Familie über Thening bei Linz 1947 über das Auffanglager Moschendorf nach Greiz in Thüringen.

Wilhelm besuchte in Greiz die Grund- und Oberschule bis zum Abitur 1956. Danach begann er an der Universität Leipzig ein Pädagogikstudium, das er 1959 als Lehrer für Geschichte und Geographie beendete. Die ersten Dienstjahre arbeitete er als Fachlehrer an der Pestalozzischule in Greiz.

1964 heiratete er die Buchhändlerin Heidi Höhn. Dem Paar wurden zwei Kinder geschenkt, Jens-Uwe und Alexandra.

Seine in frühen Lebensjahren ausgebildete Lebenseinstellung war mit der herrschenden Ideologie des SED-Staates nicht vereinbar. Eine Mitgliedschaft in der SED war aber Bedingung für den beruflichen Aufstieg. Weil er diese konsequent ablehnte, erfolgte die Versetzung in die Pampa, nach Culmitzsch im Gebiet des sowjetischen Uranerzabbaues gelegen, wo er letztlich als Direktor die Abwicklung seiner Schule zu organisieren hatte. 1969 hatte er –wieder unter der Voraussetzung des Parteieintrittes – die Möglichkeit, die Schulleitung einer Schule in Greiz zu übernehmen. Treu seiner Überzeugung entschied er sich als einfacher Lehrer an die Polytechnische Oberschule nach Gera zu wechseln. Dort arbeitete er viele Jahre als allseits geschätzter Lehrer, ob seiner Fachkompetenz, Kommunikationsbereitschaft und Unternehmungslust. Nach dem Ende seiner Berufstätigkeit lebte er zurückgezogen in Gera.

Wilhelm Schwepler verstarb an 16. Juli 2018.

Ein kenntnisreicher, viel geprüfter, lebensbejahender Zeitzeuge ist verstummt. Seine Standfestigkeit, seine Haltung, sein Einsatz in den Wirren einer bösen Zeit bleibt vorbildlich.

Seine letzte Ruhestätte hat er nun in Greiz gefunden.

 

 

Sebastian Gerber, Bretten 2018

2. VERANSTALTUNGEN 2019

 

Herzliche Einladung an alle Kischkerer Landsleute und Freunde! 

23. März 2019  

Kischkerer Frühjahrstreffen

in KARLSRUHE - NEUREUT in der

Hardtstube - der Badnerlandhalle. 

Ab 10:00 Uhr gemütliche Plauderstunden

"zum Vezehle vun d´heem, wies war,

un vun heit, wies uns geht und was mer mache"  

 

Verlauf:

10.00 Uhr  Beginn vom gemütlichen

                  Beisammensein

12.00 Uhr  Gemeinsames Mittagessen 

13.00 Uhr  Offizielle Begrüßung

13:15 Uhr  zusammensitzen und vezehle

                   bei Kaffee und Kuchen

 

Herzliche Einladung an alle Kischkerer Landsleute und Freunde!

Bitte sagt es weiter! 

 ??. Okt. 2019  

Kischkerer Kirchweih-Treffen

in KARLSRUHE -  NEUREUT

in der Hardtstube - der Badnerlandhalle. 

Am 09. Oktober 2019 werden es 75 Jahre, dass die erste  Wagenkolonne  Kischker verließ. Die Flucht mit Auflösung der Gemeinde begann. Das Unheil nahm seinen Lauf.
So ist der Kirchweihtag auch zu einem besonderen Gedenktag für die Kischkerer Bevölkerung geworden.  
                        
Verlauf:

10.00 Uhr  Öffnung der Hardtstube  

                  Beginn des Kirchweihtreffens

                  der Kischkerer Landsleute,  

                  Schulkameradentreffen 

                  verschiedener Jahrgänge 

12.00 Uhr  Gemeinsames Mittagessen 

13:00 Uhr  Offizielle Begrüßung

13:15 Uhr  

15:00 Uhr  Totengedenken mit

                   Kranzniederlegung am

                   Kischkerer Gedenkstein

                   auf dem Hauptfriedhof

                   in Karlsruhe-Neureut.

  

                   Anschließend gemütliches

                   Beisammensein bei Kaffee

                   und  Kuchen, wieder in der

                   Hardtstube.  

  

Herzliche Einladung an alle Kischkerer Landsleute und Freunde!

Bitte sagt es weiter!   

 

3. Ahnendenkmal in Kischker in neuem Glanz

  

Ahnendenkmal 2017

                                                                                        Foto: Werner Neumann, Okt. 2017

 

Links im Hintergrund an der Kirchhofmauer sehen sie eine von

Erich Gerber konzipierte Memorandum-Tafel.  

Eine hängt auch in der Gaststätte im ehemaligen Lutherheim,

eine weitere im Museum in Vrbas.

 

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Memorandum-Tafel

 

 

 

 

4. Robert Lahr - Ahnendenkmal 

Bei seinem letzten Besuch in Serbien im Mai 2016 konnte sich Robert Lahr, von der gelungenen Renovierung des Ahnendenkmals auf dem Kischkerer Friedhof überzeugen. Eine frisch aufgetragene Schutzschicht verleiht dem 2013 wieder errichteten Ahnen-denkmal von 1936 neuen Glanz. So ist die Inschrift viel besser lesbar als zuvor. Text der Inschrift siehe unter Reisebericht 2013.

Immer wieder sind Maßnahmen zum Erhalt des Andenkens an unsere Ahnen erforderlich. Das kostet. Deshalb rufe ich Kischkerer Landsleute in aller Welt und der Donauschwäbischen Geschichte wohlgesonnene Menschen zu einer Geldspende für die Erhaltung der Denkmäler in Kischker auf.

 

Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe.

 

Spenden bitte an: 

 

Für eine Spende bitte unter Impressum mit Werner Neumann Verbindung aufnehmen,

der dann Kontakt mit dem

Vorsitzenden des Heimatortsausschusses und Kassier Andreas Klein herstellt.

 

Verwendungszweck: 

"Spende für die Pflege und Erhaltung der Kischkerer Denkmäler" 

5.   Dr. Elisabeth Hütter, Kunsthistorikerin zum 95. Geburtstag - 2015 

Am 21. März  feierte Dr. Hütter in Berlin ihren 95. Geburtstag. In Kischker (damals Maliker, heute Backo Dobro Polje) 1920 geboren, wurde sie geprägt durch eine mehr- sprachige Welt, überlebte selbst betroffen den Untergang der deutschen Bevölkerung in der Batschka. Auch ihre Eltern fielen wie viele andere Donauschwaben den Mord- kommandos der Tito-Partisanen zum Opfer. Dass ihr Dorfnachbar und Inspirator Adam Fath auf der Flucht bei der Bombardierung Dresdens ums Leben kam, sie selbst aber nach Kriegsende, nach Abitur und Studium der Kunstgeschichte und Archäologie in Jena und Leipzig ihre Lebensaufgabe in Dresden fand, sind mysteriöse Schicksalslinien.

 

Ihren Weg in das Dresdner Institut für Denk- malpflege ebnete ihr Dr. Fritz Löffler. Neben diesem avancierte sie unter Chef-Konservator Dr. Ing. Hans Nadler, Ehrenbürger Dresdens, als einzige Frau in einer wissenschaftlichen Führungsposition am Institut. Über das 26-jährige Berufsleben hinaus hat sich Elisabeth Hütter für die wissenschaftlich begründete, der Qualität der Denkmalpflege gemäße Konservierung und Restaurierung überlieferter Zeugnisse von Kunst und Kultur eingesetzt. Sie hat neue Methoden der Bestandsanalyse erarbeitet, diese in die Praxis eingeführt und dazu beigetragen, dass die restaurierten Denkmale im Bestand gesichert der Nachwelt erhalten bleiben. "Mit Geradlinigkeit und neuen Methoden" titelte die "Dresdner Zeitung" folgerichtig anlässlich ihres 90. Geburtstages.

 

Ihre Leipziger Diplomarbeit von 1956 behan- delt die Universitätskirche St. Pauli in Leip- zig, desgleichen ihre Dissertation von 1961. Diese Arbeit über das bereits zum Untergang verurteilte Bauwerk durfte damals nicht ver- öffentlicht werden. Erst 1993 widerfuhr Elisa- beth Hütter die Genugtuung einer seriösen Publikation dieser Arbeit, bis heute die wich- tigste wissenschaftliche Dokumentation für die 1968 gesprengte Universitätskirche.

 

Aus der Hand des Bundespräsidenten Roman Herzog empfing sie 1995 in Anerkennung ihrer Verdienste um die Denkmalpflege das Bundesverdienstkreuz.

 

Im Laufe der Jahrzehnte hat Elisabeth Hütter die Restaurierung zahlreicher Baudenkmale und Kunstwerke in Sachsen betreut, so sind auszugsweise zu nennen: Leipzig, Thomaskirche, Innenraumerneuerung und die letztendliche Umbettung der Gebeine Johann Sebastian Bachs im Chorraum; Meißen, Dom und Albrechtsburg, Außeninstand-setzung und Erneuerung von Innenräumen; Freiberg, Dom, Goldene Pforte; Dresden, Zwinger, Porzellansammlung, Bogengalerie-Restaurierung. Als eine ihrer wesentlichsten Leistungen wird die Wiederherstellung des Wechselburger Lettners in die Geschichte der Sächsischen Denkmalpflege eingehen. Niemand anderes hätte - so Heinrich Magirius - eine solche Aktion damals durchzukämpfen vermocht.

 

Seit der Pensionierung in Berlin ansäs- sig, ist Dresden ihre eigentliche Heimat geblieben. Davon zeugt nicht zuletzt die Betreuung der Wiederherstellung der Ka- tholischen Hofkirche, wo die Rekon-struktion der Sakramentskapelle und der Kanzel von ihr wesentlich mitbestimmt worden ist. In den Jahren 1971-1976 er- folgte die Wiederherstellung der St. Johann-Nepomuk-Kapelle mit einer Um- widmung zur Gedächtniskapelle für die Opfer des 13. Februar 1945 und aller ungerechter Gewalt, mit der Pietà - aus Meißner Porzellan - von Friedrich Press. Die Idee zu dieser Gestaltung wurde im Februar 1970 von Elisabeth Hütter und Dr. Siegfried Seifert geboren. Für den Verfasser dieses Berichtes zählen zu den Opfern von ungerechter Gewalt die unbedachten vergessenen Toten des Straßenverkehrs.

 

Selbstachtung und Geradlinigkeit in der DDR, beobachtet und bespitzelt vom Staats-sicherheitsdienst, war nicht jedermanns Sache. Elisabeth Hütter blieb für die oberste Leitung in Berlin unbequem und verdächtig. Wie gefährdet sie war, erkannte sie erst mit der Einsicht in die Stasiunterlagen zu ihrer Person. Sie fühlte sich fast zerrissen - sagt sie - von den künstlerischen Kostbarkeiten auf der einen Seite und der häufigen, als Demütigung empfundenen "Rotlichtbestrahlung" durch die Staatspartei. "Das war nur aus- zuhalten, indem man sich in die geistige Welt rettete, in die fernen Bilder und in die Arbeit. Das war die Möglichkeit, einigermaßen zu bestehen und die Freiheit eines Chris-tenmenschen schlecht und recht zu praktizieren."

 

In unserer Zeit ist Dresden ganzjährig voller Touristen, die sich an Schönheit und Glanz der Stadt erfreuen. Der Verfasser dieses Berichtes erlebte als Kind im Februar 1945 die ausgebrannte Stadt. Er durfte Elisabeth Hütter Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger viele Tage lang bei ihrer Arbeit in Kirchen, Klöstern und Schlössern begleiten und erleben, unter welchen politischen Bedingungen, unter wieviel extremem Mangel an Material, Gerät und Personal, gegen äußere Widerstände die wenigen Kunsthistoriker und Restauratoren mutig arbeiteten, um das restliche kulturelle Erbe zu retten.

 

Die Erinnerung an Persönlichkeiten wie Prof. Dr. Heinrich Magirius, Matthias Schulz, Helmar Helas und eben Elisabeth Hütter u. a. ist geboten. Die heutigen Besucher, welche die verwüstete Stadt, die Ruine der Frauenkirche, in der die Karnickel hausten, nicht kennen können, sollten wissen, wer sich um den Wiederaufbau der Schönheit des historischen Sachsen bleibend verdient gemacht hat.

                                                                                      Sebastian Gerber, Bretten 

 6.   Nachruf für Frau Dr. Elisabeth Hütter

Zwei Monate nach Vollendung ihres 95. Geburtstages verstarb Frau Dr. Elisabeth Hütter am 23. Mai 2015 in Berlin. Im Kreis ihrer Familie Schwepler - Reinicke, ihrer Freunde und engsten Mitarbeiter aus der Zeit ihrer beruflichen Tätigkeit als Kunsthistorikerin und Denkmalpflegerin am Institut für Denkmalpflege Dresden fand sie ihre letzte Ruhestätte im thüringischen Greiz, in dem Ort, wo sie in den Wirren der Endphase des Zweiten Weltkrieges Zuflucht gefunden hatte. 

Von dort aus - schon immer bildungshungrig - gelangte sie über die wieder aufgebaute Universität Jena bald ins Kunsthistorische Seminar an der Universität Leipzig. Bei der Diplomarbeit und Dissertation zum Thema der Baugeschichte der Universitätskirche zu Leipzig trat sie in Kontakt mit dem für Leipzig zuständigen Institut für Denkmalpflege in Dresden und dessen Repräsentanten Hans Nadler und Fritz Löffler. 

In Dresden begann und vollendete sie eine beispielhafte berufliche Laufbahn, einen Denk- und Lebensweg als stimmige Einheit mit einer beeindruckenden Lebensleistung, welche über ihren Tod hinaus zeitlos von Bedeutung bleiben wird. Allein schon darum, weil es ihr gelang, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass Architektur und Plastik der Vergan-genheit erst durch ihre farbige Fassung Eigenart und Ausstrahlung erhält, dass Farbe erst Sinn stiftet. 

Mit Elisabeth Hütter verliert die Denkmalpflege eine Repräsentantin von internationalem Rang, die Donauschwaben eine der letzten Zeitzeugen des Dorfes Kischker in der Batschka und des wechselvollen 20. Jahrhunderts. Den kulturellen und wirtschaftlichen Höhepunkt ihres Heimatortes erlebte sie bewusst in den 30er Jahren. Als Aktive gestaltete sie die Festlichkeiten zum 150sten Gründungsjubiläum 1936 mit. Keine zehn Jahre später endete die Geschichte des Dorfes wie die der Donauschwaben gewaltsam. 

Elisabeth Hütter hatte sich als Jugendliche beispiellos emanzipiert von den Zwängen, dem sozialen Druck, aber bis zuletzt immer voll der Anteilnahme am Schicksal ihrer Landsleute, leidend, trauernd, liebend, den Überlebenden verbunden. Die Kischkeriana wurde in ihren letzten Lebensjahren für sie das Hauptthema. Alle Gespräche führte sie bis zuletzt in voller Konzentration und mit überschießendem Temperament als kämpferische Anwältin des Schönen und Idealen. Das Außergewöhnliche dieser Persönlichkeit ist angemessen mit Hölderlin zu fassen: "O ihr, die ihr das Höchste und Beste sucht in den Tiefen des Wissens, im Getümmel des Handelns, im Dunkel der Vergangenheit, im Labyrinth der Zukunft, in den Gräbern oder über den Sternen! Wisst ihr seinen Namen, den Namen des, das Eins ist und Alles? Sein Name ist Schönheit." 

Sie ist uns Gegenwärtigen unerreichbar geworden. Ihrer Verdienste, all ihrer Hilfe dankbar zu gedenken, ist uns selbstverständlicher Auftrag der Verewigten gegenüber.

                                                                                        

Sebastian Gerber, Bretten  

7.   Kischker-Gedenkstein auf dem Hauptfriedhof

     in Ka - Neureut um Glasgefäß mit Heimaterde ergänzt

Seit der Kirchweihfeier am 6. Oktober 2007 ist am Gedenkstein Kischker auf dem Haupt-friedhof in Karlsruhe-Neureut ein Gefäß mit Heimaterde vom Massengrab am Kischkerer Bahnhof auf einem von Landsmann Jakob Enzminger - * 1935,    -  kunstvoll gefertigten Metall-Gestell angebracht. Die Erde wurde von den Eheleuten Jakob und Erika Enzminger und den Zwillingen Georg   Bechtold   und  Rosina  Bechtold (* 1934) anlässlich ihres Besuches der alten Heimat im Mai 2007 nach Deutschland mitgebracht.

  

 

   

     

 8.     Ein Besuch unseres Geburtsortes Kischker

 

Unter diesem Titel verbirgt sich ein "Reise-bericht" unseres Kischkerer Landsmannes Jakob Enzminger . Er war  in Begleitung seiner Ehefrau Erika und zwei seiner Schulkame-raden, den Geschwistern Georg Bechtold   und Rosina Bechtold, für ein paar Tage zu Besuch in Kischker. In zweifacher Hinsicht kann man sich nun über die Reise in die Vergangenheit  berichten lassen.

In "Der Donauschwabe - Mitteilungen für die Donauschwaben" Heft Nr. 10 vom 15. Okt. 2007 (Organ der Landsmannschaft der Donau-schwaben) erschien der  von Jakob Enzminger verfasste schriftliche Bericht. Darin schil- dert er in beeindruckender Weise die für ihn und seine Begleiter erlebnisreichen Tage in Kischker.

Wer aber sozusagen  hautnah in Wort und  bewegtem  Bild in 2 Stunden und 40 Minuten das heutige  Kischker erleben möchte, dem  sei der von  Jakob  Enzminger erstellte Film- bericht nachdrücklich empfohlen. Dazu gibt es eine VHS Video-Kassette oder, wenn man die  Abspielmöglichkeit hat, eine DVD,  jeweils zum  Unkostenbeitrag von 15 € zuzüglich  Versand- und Verpackungskosten, die man unter folgender Adresse bestellen kann:


Anfragen zur DVD richten Sie an: Werner Neumann, 

E-Mail: w02-neumann@t-online.de   



 

 

 

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!               Suche!

Buch: Unvergessenes Kischker

             von Johann Lorenz 

Heft: Festschrift

zur 150 Jahr-Feier

von Backo Dobro Polje -1936 - von Friedrich Lotz 

Kontakt unter:

02w-neumann@web.de 

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Einladung

zum Kischkerer

Frühjahrs -Treffen

am  Sa. 23. März 2019

in KARLSRUHE - NEUREUT

in der Hardtstube 

der Badnerlandhalle.

 

>>Mehr unter

Aktuelles u.Veranstaltungen

 

 

 

 

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Inschrift

 

Unsre Ahnen

glaubensstark

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Not haben sie

die Kraft ge-

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Land und Herd

und Brot unsre

Heimat uns er

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Inschrift: 

UNSRE  AHNEN

Glaubensstark in schwerster Not haben sie die Kraft gefunden,

haben Land und Herd und Brot, unsre Heimat uns errungen.

Zu Glauben, Treu und Einigkeit soll ihr Werk uns stets ermahnen,

auf daß wir bleiben allezeit Deutsch wie unsre Ahnen. 

 von Josef Frank