Kischker  1786 - 1944                                                ein donauschwäbischer Ort in der Batschka 
heute:  
Bačko Dobro Polje - Vrbas  in der Vojvodina gelegen.
 

Unsere Untertitel

      • 02 •  Aktuelles - Ortsfamilienbuch - Veranstaltungen 

  • 2.1  Aktuelles - Ortsfamilienbuch
  • 2.2  Veranstaltungen 
  • 2.3  Ahnendenkmal in Kischker
  • 2.4  Kischker-Gedenkstein in KA-Neureut
  • 2.5  Kischkerer Heimatlied
  • 2.6  - 2019 -   75 Jahre nach Flucht und Austreibung   

2.1  AKTUELLES 

 

 "Ortsfamilienbuch Kischker in der Batschka"

(3) noch 2 Exemplare in originaler Verpackung, aus privater Hand, sind mir für den Verkauf übergeben worden.

Der Erlös geht an die Heimatortsgemeinschaft Kischker.

Das Buch: Format DIN A4, 1251 Seiten, Gewicht ca. 3.500 Gramm, 
in vorzüglicher Verarbeitung.  
Zeitfenster der Daten mindestens von 1786 - 1944.


Zum Sonderpreis von: 36,00 Euro - zuzüglich Versand

Anfragen bitte an Werner Neumann - Mail: 03w-neumann@web.de - richten.

Tel. 0721-472274

Leseprobe:

 

 

  2.2   VERANSTALTUNGEN  

                           a k t u e l l  !!!          

 

                     

Einladung zum Kischkerner Frühjahrstreffen

Herzliche Einladung an alle Kischkerer Landsleute und Freunde!
 


Das Treffen findet statt -

am  Sonntag, den 10. März 2024 - ab 11:30 Uhr

Fortuna Sportgaststätte

- Kiko's Mediterrane Küche  -

https://www.kikos-restaurant.de/

Abraham-Lincoln-Allee 1 - 76149 Karlsruhe - Neureut-Kirchfeld

Tel. 0721 - 707 664 


Sagt es bitte weiter!




Verlauf des Treffens: offen

  • 11:30 Uhr   Öffnung der Gaststätte,  Beginn des Kischkerer Frühjahrtreffens
  • mit der Präsentation des Panorama-Gemäldes vom Ortsmittelpunkt in Kiskér,

          wie er bis Oktober 1944 war.   - 300 cm x 130 cm -

  • 12.00 Uhr   Gemeinsames Mittagessen - jeder was ihm schmeckt.
  • 13:00 Uhr   Offizielle Begrüßung
  • 13:30 Uhr   Aktuelle Themen:  Bericht vom  Landesverbandstreffen in Mosbach - Sebastian Gerber
  • Überlegungen zum Gedenktag  - 80. Jahrestag der Vertreibung aus Gischgeer - im Oktober 1944.

   

Schluss und Auflösung  des Treffens gegen 17:00 Uhr 

Präsentation zum Frühjahrstreffen


“Das Gemälde zeigt den Platz vom Ortszentrum in Kisker, wie er bis zu unserer Vertreibung im Oktober 1944 ausgesehen hat“.

 

Der Künstler Hans Merkhoffer (†) aus Karlruhe wurde 1982 beauftragt, diese Zeit in einem großartige Panorama-Bild festzuhalten – es hat die Größe von 300 cm x 130 cm. Nach welcher Vorlage ist nicht bekannt.
Hans Merkhoffer in Karavucovo/Hodschag in der Batschka geboren – ein Donauschwabe.

Nun stellte sich die Frage, wie und wo kann das Bild für die Zukunft gesichert und erhalten werden.
Nach kurzer Diskussion kam nur eine Stelle infrage – das "Donauschwäbische Zentralmuseum" in Ulm a. d. Donau.
Sebastian Gerber setzte sich mit dem Museum in Verbindung und erhielt auch umgehend die Zusage, dass sie das Werk übernehmen würden. Das Bild wird nun nach der Präsentation beim Frühjahrstreffen im März nach Ulm gebracht und an das Museum übergeben.

Präsentiert wird das Panorama-Gemälde am 10. März 2024 beim Frühjahrstreffen in Neureut-Kirchfeld - es ist absolut sehenswert!


 

n i c h t    a k t u e l l  !!!

  

Kischkerner Kirchweih-Treffen 

-  ?? J a h r e  -

nach Flucht und Vertreibung

am Sonntag, den ????? - um 11:30 Uhr

Fortuna Sportgaststätte  - Kiko's Mediterrane Küche  -

https://www.kikos-restaurant.de/

Abraham-Lincoln-Allee 1 - 76149 Karlsruhe - Neureut-Kirchfeld


 Sagt es bitte weiter!


Am 9. Oktober 2024 unserem Kirchweihmontag sind es 80 Jahre, 
dass die erste Wagenkolonne  "Kisker" verließ.

Die Flucht mit Auflösung der Gemeinde begann. Das Unheil  nahm seinen Lauf.
So ist der Kirchweihtag auch zu einem besonderen Gedenktag für uns "Gischgeerner" geworden.

 

Verlauf des Treffens: offen ???????????

  •  10:30 Uhr   Treffen beim Ahnendenkmal auf dem Friedhof in Neureut - wir gedenken unseren Verstorbenen
  •  11:30 Uhr   Öffnung der Gaststätte,  Beginn des Kirchweihtreffens der Kischkerer Landsleute und   Freunde
  •  12.00 Uhr   Gemeinsames Mittagessen - jeder was ihm schmeckt
  •  13:00 Uhr   Offizielle Begrüßung 
  •  13:30 Uhr   Aktuelle Themen:  beim gemütlichen Beisammensein.          
  •  17:00 Uhr   Schluss des Treffens        

 

Schluss und Auflösung  des Treffens gegen 17:00 Uhr

  2.3   Ahnendenkmal in Bačko Dobro Polje auf dem jetzigen Friedhof 

 

Ahnendenkmal 2017

                                                                 Foto: Werner Neumann, Okt. 2017 

Links im Hintergrund an der Kirchhofmauer sehen sie eine von
Erich Gerber konzipierte Memorandum-Tafel.
 

Eine Tafel hängt auch im ehemaligem Lutherheim, heute eine Gaststätte,
eine weitere im Museum in Werbaß (Vrbas) und eine im Haus St. Gerhard in Sombor. 

So habe ich es einmal gesehen! 

Memorandum-Tafel 

 

 


2.4  Kischker-Gedenkstein auf dem Hauptfriedhof in Karlsruhe - Neureut,
    um Glasgefäß mit Heimat-Erde ergänzt.

Seit der Kirchweihfeier am 6. Oktober 2007 ist am Gedenkstein Kischker auf dem Haupt-Friedhof in Karlsruhe-Neureut ein Gefäß mit Heimaterde vom Massengrab am Kischkerer Bahnhof auf einem von Landsmann Jakob Enzminger - * 1935,    - kunstvoll gefertigten Metall-Gestell angebracht. Die Erde wurde von den Eheleuten Jakob und Erika Enzminger und den Zwillingen Georg   Bechtold   und  Rosina  Bechtold (* 1934) anlässlich ihres Besuches der alten Heimat im Mai 2007 nach Deutschland mitgebracht. 

 

klick

klick

http://www.denkmalprojekt.org/2009/kischker_on_serbien.htm

 2.5  Kischkerer Heimatlied 

Du liebes Dörflein im Batschkeerland,
warst meine Heimat, als Kisker wohlbekannt.
Die trauten Gassen, geh´n mir nicht aus dem Sinn,
weil ich in Träumen, noch immer noch bei dir bin.
Weil ich in Träumen noch immer bei dir bin.

Kehrreim: Sei gegrüßt aus weiter Ferne.
                   Sei gegrüßt viel tausendmal....
                   Ach wie denk` ich an dich noch so gerne.
                   wir mußten ziehen über Berg und Tal.

Wir mussten fliehen, von Hab und Gut.
Die Ahnen gaben, einst ihren Schweiß und Blut.
Ruh´n unvergessen, sehr weit in jenem Ort,
den wir verlassen, aus Angst, die trieb uns fort.
Den wir verlassen, aus Angst, die trieb uns fort.

Kehrreim: Sei gegrüßt...

Mit Pferd und Wagen, da ging es hinaus.
Durch fremde Auen, nichts war wie einst Zuhaus.
Ganz ohne Hoffnung, das Ziel stets unbekannt,
trieb es uns weiter, durch Krieg und fremdes Land.
Trieb es uns weiter, durch Krieg und fremdes Land.

Kehrreim: Sei gegrüßt...   

Wir zogen ruh´los durch Felder und Wald,
wohin wir kamen, die Welt war fremd und kalt.
Die Räder rollten, stets weiter ohne Rast,
viel Not und Elend, war nun bei uns zu Gast.
Viel Not und Elend, war nun bei uns zu Gast.

Kehrreim: Sei gegrüßt...   

Es trüben Trauer und Heimweh den Blick,
längst war verloren, das teure Heimatglück.
Wo wir geboren, verbracht die Jugendzeit.
Du liebes Kisker. du bist so weit – so weit.
Du liebes Kisker. du bist so weit – so weit.

Kehrreim: Sei gegrüßt...   

Wir zogen weiter, von Ost nach West.
Im Heimat-Glauben, bleiben wir treu und fest.
Der Herr im Himmel, mit segensreicher Hand,
führte uns treulich, zurück ins Mutterland.
Führte uns treulich, zurück ins Mutterland.

Kehrreim: Sei gegrüßt...                                                Ch.B./ h.e.

*****

 Die Noten wurden bereitgestellt von H.G. Vielen Dank!

 





2.6  75 Jahre nach Flucht und Austreibung   - 2019 -                                        Sebastian Gerber


Das alljährliche Kirchweihtreffen der Kischkerer am 12. Oktober hatte ein großes Thema:

Die Flucht aus der Heimat vor 75 Jahren.

Andreas Klein, Vorsitzender der HOG, konnte in der Badnerlandhalle in Neureut immerhin noch 40 Landsleute begrüßen. Über die dramatischen Ereignisse im Oktober 1944 und deren Vorgeschichte referierte Sebastian Gerber. Er zog die Linie vom Friedensdiktat von Trianon 1920 bis hin zum Aufbruch der Trecks aus dem Dorf. Schon während des Ersten Weltkrieges kursierten in Jugoslawien Eroberungs- und Vertreibungspläne, dokumentiert in einem Elaborat von 1916.

Die „Slawisierung des Bodens“ wurde in der Zwischenkriegszeit unter dem Deckmantel der Agrarreform betrieben. Merkenswert ist die Tatsache, dass die Vojvodina schon ab dem 10. Jahrhundert königlich-ungarisches, zuletzt nach den Türkenkriegen, kaiserliches Kronland war und das Serben als Migranten aus dem Osmanischen Reich in der K.u.K.-Monarchie aufgenommen wurden. Dies war gewissermaßen der 1. Serbenzug, dem noch zwei weitere in der Zwischenkriegs- und in der Nachkriegszeit folgten.

Der Krieg zwischen Deutschland und Jugoslawien führte nach dem Bruch des Neutralitätspaktes von 1941 durch Jugoslawien zur Eskalation.

Gleichlautende Konferenzbeschlüsse aller Parteien einschließlich der Partisanen besiegelten die Vertreibung, Enteignung und Entrechtung aller Deutschen in Jugoslawien.

Der Aufbruch aus der Batschka verlief 1944 ohne offiziellen Evakuierungsplan, wie es sie in Syrmien und im Banat gab. Um den 7. Oktober gab es ein Treffen der Volksgruppenführer Basch und Janko in Sombor. Daraufhin erteile Basch dem Gebietsführer der Batschka Spreitzer die Weisung, den Aufruf zur Evakuierung an die Ortsgruppenführer hinauszugeben. Am 8. Oktober erfolgte von der Kreisleitung in Werbaß der Auftrag an der Kulturobmann Heinrich Schmidt, mit allen Bürgern den Ort zu verlassen. Am Beispiel der Gemeinden Jarek, Bulkes und Kischker ist die verworrene Situation aufzuzeigen: während aus Jarek 96% der Einwohner flüchteten, waren es in Bulkes nur 16%, in Kischker immerhin noch 58%.

Christian Demand und Jakob Schmidt sprachen als Zeitzeugen über eigene Erlebnisse, über die Auseinandersetzungen in den Familien und im Dorf, über der Frage, bleiben oder gehen.

Die Entscheidung war bald eine Kopf – bald eine Bauchentscheidung.

Die Brandstiftung durch Partisanen in der Frankschen Hanffabrik war ein eindeutiges Alarmzeichen.

Kischker bleibt ein Thema. Unsere Geschichte wie die Geschichte der Donauschwaben darf nicht in Vergessenheit geraten, indem sie von den Medien nicht in die Öffentlichkeit getragen wird, im Unterricht kaum behandelt wird und letztlich auch von der Politik übergangen ist.

Karoline Hartmann geb. Falkenstein, unsere Seniorin, Jahrgang 1920, berührte alle mit ihrem eigenen Gedicht „Aus der Batschka“, eine Liebeserklärung an die verlorene Heimat.

Komplettiert wurde die Gedenkstunde durch den vormaligen Ortvorsteher von Neureut, Herrn Jürgen Stober: Die Aufnahme der vielen Flüchtlinge 1945/46 war eine Herkulesaufgabe für die Verwaltung wie für die Bevölkerung. Wohnungszwangswirtschaft war angeordnet. Die Flüchtlinge wurden einquartiert – nicht in Lager! – und dadurch eingegliedert, um nach und nach mit den Alteingesessenen zusammenzuwachsen. Eine Gemeinschaftsleistung in größter Not, die immer gewürdigt werden muss. Auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände nahe Neureut setzte noch 1948 eine rege Bautätigkeit ein, in Eigenleistung entstand ein neuer Ortsteil, die Kirchfeld-Siedlung.

Wir Flüchtlinge der Jahre 1945/1946 – Rückkehrer! – hielten, was wir in der Charta der Vertriebenen am 5. August 1950 feierlich erklärt hatten: „Wir werden durch harte, unermüdliche Arbeit teilnehmen am Wiederaufbau Deutschlands und Europas. Wir werden jedes Beginnen mit allen Kräften unterstützen, das auf die Schaffung eines geeinten Europas gerichtet ist“.

Dem An-Denken an die Flucht folgte das Totengedenken am Kischkerer Gedenkstein auf dem Neureuter Friedhof. Andreas Klein sprach im Namen aller: „Wir sind hier versammelt, um unserer Toten zu gedenken, aller unserer Opfer von Krieg, Flucht und Vertreibung“. Gerhard Dietrich legte wie in all den Jahren zuvor seinen Kranz nieder. 

Das Gedicht „Die Toten“ von Manfred Kyler, gesprochen von Sebastian Gerber, war das angemessene Trostwort.

Die Feierstunde endete mit dem gemeinsam gesungenen Choral: „Großer Gott wir loben dich“. 

Es war doch scheen 

Díe Zeit vergeht, ich sich un denk
an frieher, an derhem,
an`s Dorf. ans Feld un an mei Hund.
es war doch scheen gewenn. 

M'r hatt sei Freínd, sei Nochbre g'hatt
an Arweít hat's nie g'feh1t,
un Owets hat m`r uf de Gass
dann mit de Leit verzählt.



Hatt's mol wu khappert, hann se g'holf,
bei Feier, Not un Tod.
Sie hann jo vieles mitgemacht
un ware oft geploot.

Die Zeit vergeht, ich denk alleen
an fríeher, an derhem,
an alles, was m'r heit do fehlt.
Es war doch scheen gewenn!


                                                  Helmut Volk