Kischker  1786 - 1944                                                ein donauschwäbischer Ort in der Batschka 
heute:  
Bačko Dobro Polje - Vrbas  in der Vojvodina gelegen.           

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    • 15    HEIMATBUCH - UNSERE AHNEN -150 JAHR - FEIER

  • 15.1   Heimatbuch - UNVERGESSENES KISCHKER 1786 - 1944  
  • 15.2   Unsere Ahnen - von Josef Koch ev. Pfarrer  
  • 15.3   Festschrift 150- & 200-Jahrfeier von Ortsgemeinde Kischker - von Friedrich Lotz
  • 15.3.1.2 Vom Sinn der 200-Jahr-Feiern
  • 15.4   Erhebung durch Grimm-Gruppe 1933  


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15.1   Heimatbuch - UNVERGESSENES KISCHKER 1786 - 1944 

 

Das Heimatbuch von  Kischker  ist digitalisiert und steht als PDF-Datei zum Herunterladen bereit.   Ausgabe 1980

Kischker - Kiskér - Bačko Dobro Polje

Geschichte einer deutschen, donauschwäbischen Groß-Gemeinde in der Batschka     1786-1944



Heimatbuch - Unvergessenes Kischker - zum Herunterladen
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Heimatbuch - Unvergessenes Kischker - zum Herunterladen
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Bildband Kischker
Auszug aus dem Heimatbuch Unvergessenes Kischker
Bildband Kischker.pdf (84.01MB)
Bildband Kischker
Auszug aus dem Heimatbuch Unvergessenes Kischker
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          Das Heimatbuch von Bulkes ist ebenfalls digitalisiert und steht unter der Bulkesser Internet-Seite

                     www.hog-bulkes.de    zum Herunterladen bereit.                      https://www.hog-bulkes.de/reise.htm  

 

Die beiden Alkerer  Heimat-Bücher stehen unter der Seite 19 auf dieser Homepage 

 zum Herunterladen bereit.


15.2   Unsere Ahnen 

 

 

   

 

  

 

  

  

  

 

 

 

 

  

 

 

 

  

 

 

 

  

 

  

 

  

 

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

  

 

  

 

 

 

  

 

 

  

  

 

 

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15.3.1     150 Jahr-Feier in Kischker 

Festschrift

150 Jahr-Feier von Backo Dobro Polje

  - für uns Kischker 

 

  

 

  

 

 

  

 

 

  

 

 

 

  

  

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

  

  

 

  

 

  

 

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

 

 

 

  

  

 

  

 

 

 

  

 

  

 

  

 

  

 

 

  

 

 

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

 

 

  

 

 

 

  

 

  

  

 

15.3.1.2

Vom Sinn der 200-Jahr-Feiern

Ein Vergleich mit den Ansiedlungsfesten zum 150jährigen Bestand 

Von Roland Vetter


   Blickt man auf die Jubiläen der einstigen josephinischen Gemeinden zurück, die in den letzten drei Jahren begangen wurden, so fällt nicht nur der Einfallsreichtum der Veranstalter oder die Anhänglichkeit der Nachfahren jener Siedler vor sieben Generationen auf, es drängt sich vielmehr ein Vergleich mit den ersten und einzigen wirklichen Volksfesten auf, die von 1934 bis 1937 in nicht für möglich gehaltenen Ausmaßen die Massen zu en- gagieren wie auch schöpferische Kräfte zu entfalten vermochten.

    Heute, aus dem zeitlichen Abstand eines halben Jahrhunderts, läßt sich eine vom Enthusiasmus jener Tage befreite, objektivere Wertung wagen. Schon die Vorbereitungen weckten den alten Kolonistengeist und appellierten an Ehrgeiz und Fleiß aller Bewohner. Die Organisationskomitees in den Dörfern pfälzischen bzw. schwäbischen Ursprungs, namentlich der Batschka, scheuten weder Mühe noch Geld, um in relativ kurzer Zeit Bauten zu errichten - wie die Ansiedlungsdenkmäler in Torschau (1934) und Werbaß (1935/3D, oder das Volksheim in Tscherwenka (1935/36) -, volkskundliche Schriften, sippengeschichtliche Forschungen und Heimatbücher zu verfassen - wie z. B. von Friedrich Lotz u. a. im „VoIkswart“ von 1935 - und in der Einstudierung musikalischer, theatralischer, folkloristischer wie auch sportlicher Darbietungen. 

    Als 1934 die ersten Festgäste aus der Pfalz in die älteste josephinische Gemeinde Torschau gelangten, setzte eine psychologische Kettenreaktion ein, die von gegenseitigem Anstaunen bis zur umarmenden Verbrüderung reichte. lm Mittelpunkt der vom 25. bis 27. August dauernden Feierlichkeiten stand die Enthüllung des Gedenksteins, auf dem sich das Symbol des Pfluges befand. Unter den offiziellen Festgästen befanden sich der Vertreter des Belgrader Königshauses, der Obmann des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes Johann Keks, der Abgeordnete Dr. Stephan Kraft, der evangelische Landesbischof Dr. Philipp Popp u. v. a. 

    Im folgenden Jahr fanden zwei Heimatfeste statt, die sich zu wahren Volksfesten steigerten. Am 12. Februar beschloß der Festausschuß in Tscherwenka die Errichtung eines Volksheimes, das sich während der Feierlichkeiten (3.-5. August 1935) bereits im Rohbau präsentierte. Das vom Opferwillen der ganzen Gemeinde getragene und vom Baumeister Jakob Stengel erstellte Werk zählt noch heute zu den schönsten Bauten jener Zeit. Unvergessen der Empfang der zahlreichen Gäste aus der Pfalz, die kulturellen Veranstaltungen jener Tage, unter denen Dr. Fritz Brauns Vorträge hervorragten. Kellerpartien, Ausflüge ins Bremertal und schließlich die Verabschiedung der Gäste auf dem Kanal bildeten weitere Höhepunkte. Mittelpunkt aber war der ökumenische Festgottesdienst in der überfüllten evangelischen Kirche? 

    Die „Reichsdeutschen“ wurden am 6. August, von Tscherwenka kommend, an der Werbasser Schleuse in Empfang genommen. Höhepunkte der fast einwöchigen Feier (bis 12. 8.) waren die Grundsteinlegung zum Ahnenmal (8. 8.), der von Bischof Dr. Ph. Popp gehaltene Festgottesdienst (1 1. 8.) und der fast 2 km lange Festzug mit Volkstrachten aus der Ansiedlerzeit, der von 10.000 Menschen gesehen wurde. ln der Festhalle schloß ein kultureller Abend das ereignisreiche Fest, an das sich eine mehrtägige Rundfahrt mit den Gästen über Belgrad, Dubrovnik, Split und Agram anschloß.

   1936 fanden insgesamt 14 Jubiläen statt. Den Anfang machten am 1. und 2. August parallel Bulkes, Sekitsch und Miletitsch, während Neuschowe seine Ansiedlungsfeier am 7. bis 9. August beging, ebenso Parabutsch. Kleinker und Siwatz setzten die Orts- feste jeweils am 15. und 16. August fort, Brestowatz (Batschka) und Stanischitz schlossen sich am 29. und 30. 8. an, während Tschonopl am 8. September folgte. Die slawoniendeutschen Gemeinden Kula und Poretsch beendeten beide am 20. September die150-Jahr-Feiern für das Jahr 1936. Allerdings hielten im gleichen Jahr Jowanowatz in Slawonien die 100-Jahr-Feier am 15. und 16. 8., Skorenowatz im Banat und Welimirowatz in Slawonien jeweils am 12. und 13. 9. ihr 50jähriges Ortsjubiläum.

   Auch im Jahr 1937 fanden noch zwei 150jährige Jubiläen statt. Weprowatz feierte am
7. und 8. August, verbunden mit einem großen Jugendtreffen, und Jarek am 14. und 15.
August.
   Schon der bloße Überblick über die 21 Siedlerfeste von 1934 bis 1937 zeigte, daß unser
gesamtes Siedlungsgebiet von einer kulturellen Erweckung durchdrungen und in einen
Selbstbesinnungsprozeß hineingezogen wurde. Insofern bedeutete sie einen ersten An-
fang bewußten geschichtlichen Erlebens. Gleichzeitig aber stellten sie bereits den Höhe-
punkt eines Versuches der Selbstdarstellung dar, wie es ihn bislang noch nicht gegeben
hatte. Schließlich war der nach Fortsetzung rufende Versuch auch schon nahezu der
Endpunkt, denn nur zwei Jahre nach dem letzten Heimatfest brach der Zweite Weltkrieg
aus, der weitere zwei Jahre später unsere Heimat erreichte und alle Grenzen im Südosten
veränderte, um damit das Ende nicht nur der josephinischen Ansiedlung sondern der ge-
samten donauschwäbischen einzuleiten. Die Heimatfeste bleiben Zeugnisse einer bei-
spiellosen zivilisatorischen und kulturellen Aufbauleistung unseres jungen Volksstam-
mes, die sich als Bild des Friedens und des Glückes ins Buch der Geschichte einzeichne-
ten.
   Unter völlig anderen Bedingungen fanden die 200jährigen Erinnerungsfeiern der mei-
sten der genannten Gemeinden in den Jahren 1984 bis 1987 statt. Auch diese trugen den
Charakter der Erstmaligkeit, denn so wurden jemals Jubiläumsfeierlichkeiten dieses
Ausmaßes jenseits der Ortschaften begangen, denen sie galten? Längst waren die aus
ihnen Vertriebenen, wie jedermann weiß, in Deutschland, Österreich oder Übersee hei-
misch geworden und hatten sich wirtschaftlich konsolidiert. Wieder hatten sie Aufbauar-
beit geleistet und sich seit Jahrzehnten in zunehmender Weise gesammelt und zu Hei-
mattreffen zusammengefunden. Ihre Liebe zur alten Heimat blieb ungebrochen.
   Wieder waren es die Torschauer, die zuerst ihr 200jähriges Ortsjubiläum begingen.
Am 6. Oktober fand in Magstadt der Jubiläumsgottesdienst mit Dekan Dr. Roland Vetter
statt und anschließend die Festversammlung. Die Festrede hielt Präsident Franz Hamm.
Der Vorsitzende des Heimatausschusses Ludwig Schick hatte seit Jahren die Tor-
:achauer gesammelt, Treffen organisiert und mit seinen Helfern in Magstadt eine Heimat-
stube eingerichtet.
   Die Tschervenkaer hielten in drei verschiedenen Städten ihr Jubiläum. Am 8. Juni
I985 kamen, fast auf den Tag genau 200 Jahre nach dem Gemeinde-Gründungstag,
viele Tschenıvenkaer im Haus Pannonia in Speyer zusammen, wo Kurt Albrecht, der das
Haus entworfen und mit erbaut hatte, eröffnete. Pfarrer Peter Staudt, Ortssohn, predigte.
Am 15. Juni begingen die Tscherwenkaer in Wien den Anlaß festlich. Der Sprecher des
Festausschusses Karl Welker hatte die Leitung, Dr. R. Vetter predigte, Dr. Hans Keiper
hielt die Festansprache.  Am 12. Oktober kamen rund 1000 Tschervenkaer in München
zur Jubelfeier. Drei Heimatpfarrer (Johannes Albrecht, Daniel Kern und Peter Staudt) hiel-
ten am Waldfriedhof, wo der aus Spenden gestiftete Gedenkstein vom Vorsitzenden des
Heimatausschusses enthüllt wurde.
   Am 18. und 19. Oktober feierten die Werbasser in Karlsruhe-Durlach. An ihrem im Vor-
jahr errichteten Gedenkstein legte der Vorsitzende der Ortsgemeinschaft, Heinrich
Beyer, einen Kranz nieder und sprach in der Festhalle. Das Festabzeichen von 1935
wurde nachgestanzt und erneut angeboten. Den Gedenkgottesdienst im Durlacher Got-
teshaus hielt Dr. Vetter.
   Die Bulkesser eröffneten am 17. Mai den Reigen der 200-Jahr-Feier im Jahr 1986 in
Kirchheim/T eck, ihrer Patenstadt, das zugleich ihr 19. Wiedersehenstreffen darstellte.
Franz Jung, als Vorsitzender, und Karl Grumbach aus Wien sprachen, Pfarrer Edgar
Popp hielt den Festgottesdienst. Der Festredner war der Ortsohn und Landgerichtsvor-
sitzende Philipp Harfmann.
   Am 11. und 12. Juli begingen in ihrer Patenstadt Winnenden die Schoweer ihren 200.
Geburtstag. Oberbürgermeister Lebherz und der Bundesvorsitzende Christian Brucker,
Ortssohn, hielten die Festansprachen. Der Gemeindepfarrer aus der donauschwäbi-
schen Siedlung im benachbarten Waiblingen Wolter predigte und Heinrich Ziwich be-
sorgte die musikalische Gestaltung.
   Mit besonderem Aufwand wurde auch die Jubiläumsfeier der Siwatzer in der Badner-
landhalle zu Karlsruhe-Neureut ausgerichtet. Mit einem ökumenischen Gottesdienst
(Pfr. Batscho/Dr. Vetter) wurde am 4. Oktober das von 1000 Siwatzern besuchte Treffen
eröffnet. Eine große Ausstellung, eine kulturelle Stunde und eine reichhaltige Festveranstal-
tung bildeten die Höhepunkte. Innenminister Horst Winterstein, als gebürtiger Siwatzer,
nahm teil und sprach ein Grußwort, Vors. Jakob Vollweiter leitete die Veranstaltung und
Schulrat Jakob Vollweiter war für die kulturellen Darbietungen verantwortlich.


   Am 11. Oktober wurde an gleicher Stelle die Kleinkerer 200-Jahr-Feier ausgerichtet.

Der Eröffnungsgottesdienst fand am benachbarten Friedhof statt, wo auch Vorsitzender
Johann Lorenz die Enthüllung des neuen Gedenksteines vornahm. In der festlich ge-
schmückten Badnerlandhalle sprach Bundesvorsitzender Christian Brücker. Trachten-
gruppen bereicherten die Veranstaltung und eine große Heimatausstellung vervollstän-
digte das Erinnerungsbild an die alte Heimat.
   Die Momentaufnahmen der geschilderten Feste zeigen Übereinstimmendes und Un-
terschiedliches im Blick auf die Ansiedlungsfeste vor 50 Jahren. Das Übereinstimmende
lag nicht nur in den Gedenksteinen, Heimatbauten, Buch- und Zeitschriftenveröffentli-
chungen. Es muß auch in der großen Anteilnahme der Betroffenen, im selbstlosen Enga-
gement der Ausrichter und im Opferwillen der Gemeinschaften gesehen werden. Gezeigt
hat sich aber auch die Ungebrochenheit des Zusammenhaltens weiter Kreise, obwohl in-
zwischen mehr als eine Generation verstrichen ist. Insofern hatten die Zusammenkünfte
etwas Stabilisierendes. Aber sie wiesen auch in die Zukunft, indem sie deutlich machten,
daß nur dann donauschwäbische Gemeinschaft weiter bestehen kann, wenn - ähnlich
den Siedlerfesten - ein erweckender und wachhaltender Atem von solchen Treffen aus-
geht. 

Nur die Zukunft kann die Frage beantworten, ob die großen Feste wieder nur die
Vorboten eines bevorstehenden Endes, diesmal eines endgültigen, gewesen sind, oder
ob sie vor allem auf unsere Jugend belebend gewirkt haben. 

Folglich liegt der Sinn dieser Jubiläen zu einem wesentlichen Teil darin, daß sie uns alle
auf großartige Weise vor Augen geführt haben, woher wir kommen, um uns mit der Frage
 zu entlassen, wohin wir gehen.

Anmerkungen
1 vgl. zum Ganzen den Überblick „Die bisherigen Heimatfeste“ in „Volk und Heimat“, Heft 1, Jahr-
gang 1, 1938 (hg. Franz Hamm) und die Torschauer Festschrift zur 200-Jahr-Feier „Torschau
1784-1984“ Magstadt.
2 vgl. „Volkswart“, Crvenka-Heft, Neusatz, 1935
3 vgl. das Werbasser Heimatbuch, 1975, S. 213 ff.
4 vgl. den Bericht von Franz Hamm, „Volk und Heimat“, 1938, 1. Heft
5 Um der Vollständigkeit willen sei auch auf die Ansiedlungsfeste der älteren Gemeinden Weißkir-
chen im Banat (1923), die 200 Jahre alt wurde, lndia (100 J. am 6. und 7.6. 1927), Altker (100 J. am
19. und 20. 11. 1927), Palanka (150 J. am 13. und 14. 9. 1930) und Neudorf (200 J. am 7.9. 1934).
Vgl. F. Hamm, a. a. O.


15.3.2     Festschrift 200-Jahrfeier der Ortsgemeinde-Kischker

 


















































15.4   Erhebung durch Grimm-Gruppe 1933